07.04.16 16:38

Der Raum, der uns umgibt, beeinflusst unsere Produktivität. Ein gepflegter Arbeitsbereich erhöht die Konzentrationsfähigkeit. Auch die optimale Planung von Arbeitszeiten und Aktivitäten kann gegen Ablenkung helfen. Wie organisiert man den Arbeitsplatz, um produktiver zu sein? Wie kann man verhindern, dass Hightech-Geräte das Privatleben erobern? Hier 5 Tipps, um die Grenzen zwischen Freizeit und Only-work- Zonen besser zu markieren und die Produktivität zu erhöhen. Egal, ob es sich um die traditionelle Büroarbeit oder um Fernarbeit von zu Hause aus handelt.

1. Stecken Sie Ihren Arbeitsbereich

Nach den Angaben der Beobachtungsstelle „Osservatorio smart working“ der technischen Hochschule von Mailand richteten 2015 17% der italienischen Unternehmen für ihre Mitarbeiter die Fernarbeit ein, fast das Doppelte gegenüber dem Vorjahr. Wenn man von zu Hause aus arbeitet, ist es grundlegend, physische Grenzen zwischen den Arbeitsbereichen und dem Rest der Wohnung zu ziehen. Unser Gehirn neigt dazu, unbewusst jedem Ort ein besonderes Verhalten zuzuordnen, indem automatisch Gedanken und Verhaltensmuster ausgelöst werden. Wenn man sich in einem Bereich aufhält, wo man nur arbeitet, wird man konzentrierter und aufmerksamer. Verwendet man hingegen zum Beispiel das Sofa sowohl zum Arbeiten als auch zum Ausruhen, wird es schwieriger, sich auf die Aufgabe, die man zu erledigen hat, zu konzentrieren. Die ideale Umgebung? Ein ruhiger Ort, der vor Lärm und Zerstreuungen geschützt ist. Und vor Mitmenschen: Der Rest der Familie muss begreifen, dass Sie arbeiten und sich dem entsprechend verhalten, wie Angelo Kinicki, Professor für Marketing und Management der Arizona State University empfiehlt.

2. Erstellen Sie eine arbeitsfreundliche Playlist

Die Musik fördert Kreativität, Erinnerungsvermögen und Konzentration. Eine vom Neuropsychiater Jamshed Bharucha durchgeführte Untersuchung hat gezeigt, dass einige Musikgenres den Teil des Gehirns stimulieren, der Dopamin produziert und für positive Gefühle, Motivierung und Lustgefühle verantwortlich ist. Um sich Daten und neues Wissen besser merken zu können, ist Instrumentalmusik ideal, wo nicht viel gesungen wird, zum Beispiel klassische Musik. Aber auch Rockmusik funktioniert. Langsame Rhythmen (50-80 Schläge pro Minute) tragen dazu bei, den Geist zu öffnen und die Kreativität zu lösen. Während eine beliebige Hintergrundmusik, die unserem persönlichen Geschmack entspricht, sich wiederholende und wenig anregende Arbeiten weniger langweilig macht. Am besten erstellt man eine eigene Playliste, die man den verschiedenen Tätigkeiten zuordnen kann. Wählen Sie aber nicht zu viele Stücke aus. Es reichen etwa zwanzig Lieder, die man immer wieder abspielen lässt, um den Kopf von der Umgebung abzugrenzen und die Konzentration zu verbessern. Online gibt es verschiedene Dienstleistungen, von Pandora bis Spotify, die eine große Auswahl an arbeitsfreundlichen Playlisten anbieten.

3. Jedem Gadget seine Aufgabe

Smartphone, PC, Tablet: Viele Arbeitnehmer müssen sich heute mit der Technologie herumschlagen. Doch die High-Tech-Geräte bieten viel Möglichkeit zur Zerstreuung und können stark von der Arbeit ablenken. Am besten bestimmt man jedes Gerät für eine spezifische Verwendung: Zum Beispiel kann man zwei verschiedene Handys organisieren, um auf einem die geschäftlichen Telefonanrufe zu erhalten, auf dem anderen Nachrichten von Freunden und Freundinnen; einen PC für die Arbeit reservieren und ein altes Laptop für Videogames, Musikstreaming und weiteren Zeitvertrieb verwenden. Das Tablet? Perfekt, um sich am Feierabend zu entspannen. Und so weiter. Man muss übrigens nicht immer erreichbar sein, außer für den Chef und die Kollegen. Kyle Ayling, Inhaber der Bekleidungsfirma Cloud 9 Griptape, die für ihre Angestellten die Fernarbeit nutzt, empfiehlt, das Handy auf Stillemodus einzustellen oder überhaupt auszuschalten: „Man läuft Gefahr, kostbare Zeit zu verlieren, wenn man dauernd alle Benachrichtigungen, Anrufe und sozialen Netzwerke kontrolliert“.

4. Und der Schreibtisch? In Unordnung für die Kreativen

Man wird produktiver, wenn man sich in einer sauberen, aufgeräumten Umgebung aufhält. Das zeigt eine Studie der holländischen Universität Groningen. Besonders wenn man von zu Hause aus arbeitet, wo das Risiko besteht, dass man abgelenkt wird, ohne die Abgabefristen einhalten zu können. Die Organisation ist entscheidend! Überlegen Sie sich jeden Morgen, welche Arbeit Sie erledigen müssen und rüsten Sie sich mit allem Nötigen aus: Unterlagen, Büromaterial, Telefonnummern und so weiter. Setzen Sie danach die täglichen Fälligkeiten fest, um die Fortschritte der Arbeit unter Kontrolle zu behalten und zu merken, wann Sie Pause machen können. Trotzdem ist die Ordnung nicht immer eine gute Verbündete: Kreative Köpfe fühlen sich durch eine unordentliche Umgebung und viel Papierkram deutlich angeregter. Dies behauptet eine andere Studie, die Kathleen Vohs von der University of Minnesota durchgeführt und in der Zeitschrift Psychological Science veröffentlicht hat. Ihr zufolge fördert ein unordentlicher Schreibtisch das Aufkommen neuer Ideen.

5. Ja zu Pausen

Falls Sie flexible Arbeitszeiten haben, sollten Sie unbedingt vermeiden, zu viele Stunden am Tag zu arbeiten. Um zufriedenstellende Resultate zu erzielen, muss man eine Grenze zwischen Arbeit und Freizeit setzen. Die Produktivität profitiert davon: Gemäß einer Untersuchung der kalifornischen Universität Stanford lassen mehr als 50 Stunden Arbeit wöchentlich die Produktivität sinken. Nach dem Überschreiten einer gewissen Grenze nimmt die Konzentration ab: „Die Produktivität von Leuten, die 70 Stunden wöchentlich arbeiten, ist gleich hoch wie die von Leuten, die 55 Stunden arbeiten“. Ein Arbeitsunterbruch tut dem Kopf gut, auch wenn es sich nur um die Mittagspause handelt.